"The oldest and strongest emotion of mankind is fear, and the oldest and strongest kind of fear is fear of the unknown. These facts few psychologists will dispute, and their admitted truth must establish for all time the genuineness and dignity of the weirdly horrible tales as a literary form."
Kaum jemand hat unsere heutige Kultur so stark beeinflusst, wie H.P. Lovecraft. Dennoch ist er weitgehend ein Unbekannter. Dabei zählen H.R. Giger, Stephen King, Wolfgang Hohlbein und viele andere ihn zu ihren größten Einflüssen.
Lovecrafts düstere Visionen unterschieden sich stark von den zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts üblichen Gruselgeschichten. Bei Lovecraft gibt es kein übliches Happy End. Die Protagonisten schilderten Erlebnisse, die sie in ein Trauma versetzten aus dem sie nie wieder erwachen werden. Die Menschheit ist nur ein bedeutungsloser Spielball übermächtiger Wesen und Götter die das Universum bevölkern.
Die Stimmung in seinen Werken ist sichtlich geprägt durch seine Weltanschauung als Nihilist und Atheist, aber auch im Kontext der damaligen Zeit begründet. Ebenso wie der Expressionismus scheint Lovecraft beeinflusst von den Schrecken des ersten Weltkriegs, der dem Krieg ein neues Gesicht gab. Lovecraft hatte zu Lebzeiten zwar regen Kontakt zu anderen Autoren, aber wenig kommerziellen Erfolg. Den Großteil seines Lebens verbrachte er in Armut und veröffentlichte seine Kurzgeschichten in Fantasy-Magazinen. Er starb früh und verarmt im Alter von 46 Jahren an Krebs.Sein wohl bekanntestes und einflussreichstes Werk ist die Kurzgeschichte The Call of Cthulhu. Mit seinen Beschreibungen des schlafenden Gottes, der am Grunde des Meeres in der Stadt R'lyeh liegt begründete er den Cthulhu-Mythos. Obwohl man es von einem Autor des Horror-Genres es anders erwarten könnte zeichnen sich Lovecrafts Geschichten nicht gerade dadurch aus, dass sie besonders spannend wären. Vielmehr ist es beachtlich mit welcher Detailverliebtheit Lovecraft eine neue Welt erschaffen hat, die auch heute noch Künstler jeglicher Stilrichtung inspiriert. So ranken sich um ein von ihm erfundenes Buch, dem Necronomicon, noch heute Verschwörungstheorien. Lovecraft erdachte nicht nur seinen Inhalt, sondern auch seine Geschichte.
"The most merciful thing in the world, I think, is the inability of the human mind to correlate all its contents."
Der von ihm erschaffene Mythos mit übermächtigen Göttern und Büchern, wie dem Necronomicon, wurde bereits zu Lebzeiten von anderen Autoren weiterentwickelt. Lovecraft selbst rief dazu auf seine Ideen auszubauen. Im Lauf des letzten Jahrhunderts wurde Lovecrafts Mythos zum Grundstein der meisten heutigen Horror und Fantasy-Geschichten. Am stärksten spürbar ist Lovecrafts Einfluss auf Werke, wie Alien, The Host oder Cloverfield, in denen die Menschheit von übermächtigen Wesen aus dem Weltall bedroht wird, gegen die jeder Wiederstand zwecklos erscheint. Aber auch Comic-Autoren, wie Mike Mignola und Alan Moore, bedienten sich gerne am Mythos. Der deutsche Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein hat gleich seine Buchreihe Der Hexer von Salem direkt in Lovecrafts Mythos-Universum angesiedelt.
Da Lovecraft bereits seit über 70 Jahren tot gehört sein Werk mittlerweile zum Allgemeingut und ist natürlich im Internet bereits in mehrfacher Ausführung verfügbar.

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